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Eigenes Porjekt
Projektart
Eigenes Projekt
Datum
Seit 11/2025
AUFBAU EINES E-COMMERCE UNTERNEHMENS
Von der Marktanalyse bis zur Conversion-Optimierung im Onlinehandel
Unternehmen: Autozentrum Schwaben
Rolle: Gründer und Betreiber
Geschäftsmodell: Onlinehandel für spezialisierte Autoteile und Fahrzeugpflegeprodukte
Vertrieb: eBay und weitere digitale Vertriebskanäle
Schwerpunkte: E-Commerce, UX, Interaction Design, Conversion, Pricing, Branding und Beschaffung
AUSGANGSSITUATION
Der Markt für Autoteile ist groß, aber gleichzeitig stark fragmentiert.
Besonders bei älteren Fahrzeugen existiert ein wiederkehrendes Problem:
Bestimmte Originalteile sind schwer verfügbar, technische Informationen sind widersprüchlich und viele Käufer können vor dem Kauf nur schwer beurteilen, welches Produkt tatsächlich zu ihrem Fahrzeug passt.
Hinzu kommt ein sehr hoher Preis- und Wettbewerbsdruck.
Ein kleiner neuer Händler kann deshalb kaum über Sortimentsgröße oder den niedrigsten Preis mit etablierten Plattformen konkurrieren.
Die zentrale Frage für mich war:
Wie kann ein kleiner spezialisierter Onlinehandel Vertrauen schaffen, Kaufunsicherheit reduzieren und gleichzeitig wirtschaftlich skalieren?
DAS PROBLEM
Im klassischen Autoteilehandel wird häufig produktzentriert gedacht.
Der Käufer sieht:
eine Teilenummer
ein Produktbild
einen Preis
eine Fahrzeugliste
Für den Nutzer ist die Situation jedoch komplexer.
Vor dem Kauf stellt er sich Fragen wie:
Passt dieses Teil wirklich zu meinem Fahrzeug?
Handelt es sich um Originalqualität?
Warum kostet dieser Sensor mehr als ein günstiger Nachbau?
Ist der Händler vertrauenswürdig?
Was passiert, wenn das Teil nicht funktioniert?
Wie erkenne ich überhaupt, ob mein vorhandenes Bauteil die richtige Teilenummer hat?
Die eigentliche Aufgabe bestand deshalb nicht nur darin, Produkte zu verkaufen.
Ich musste die gesamte Kaufentscheidung gestalten.
MEINE ROLLE
Als Gründer verantwortete ich den vollständigen Prozess selbst.
Dazu gehörten unter anderem:
Markt- und Wettbewerbsanalyse
Produktauswahl
Lieferantensuche und internationale Beschaffung
Preis- und Margenkalkulation
UX-Konzeption von Produktangeboten
Interaction Design
Conversion-Optimierung
Produktfotografie und Bildstrategie
Branding
SEO und eBay-Suchoptimierung
Rabatt- und Preisstrategien
Kundenkommunikation
Reklamationsmanagement
Analyse von Verkaufs-, Reichweiten- und Interaktionsdaten
DIE ZENTRALE FRAGE
Wie kann eine technisch komplexe Kaufentscheidung so gestaltet werden, dass Nutzer schneller Vertrauen aufbauen, weniger Unsicherheit erleben und eher eine fundierte Kaufentscheidung treffen?
01 — MARKT UND NUTZERPROBLEM IDENTIFIZIEREN
Der Ausgangspunkt war nicht die Suche nach irgendeinem profitablen Produkt.
Ich suchte gezielt nach Situationen, in denen Nutzer ein konkretes Problem haben.
Ein Beispiel waren bestimmte BMW-Teile für ältere Motorengenerationen.
Viele günstige Alternativen sind verfügbar.
Gleichzeitig existieren große Unterschiede bei Herkunft, Kompatibilität und Qualität.
Dadurch entsteht Unsicherheit.
Genau diese Unsicherheit war aus UX-Sicht interessant.
Denn ein Nutzer kauft hier nicht einfach einen Sensor.
Er kauft Sicherheit, dass sein Fahrzeug anschließend wieder zuverlässig funktioniert.
02 — RESEARCH UND WETTBEWERBSANALYSE
Vor der Aufnahme eines Produktes analysierte ich bestehende Angebote.
Dabei betrachtete ich nicht nur Preise.
Ich untersuchte:
Produkttitel
Produktbilder
Informationshierarchie
Teilenummern
Fahrzeugzuordnung
Herstellerangaben
Argumentationsstruktur
Preispositionierung
Bewertungen
Kundenfragen
Lieferzeiten
Rabatte
Sichtbarkeit innerhalb der Plattform
Dadurch wurde sichtbar, an welchen Stellen bestehende Angebote Nutzerfragen offenlassen.
03 — INFORMATION ARCHITECTURE
Eine der wichtigsten Aufgaben bestand darin, technische Informationen sinnvoll zu strukturieren.
Der Nutzer soll nicht erst mehrere Absätze lesen müssen, um herauszufinden, ob das Produkt für ihn relevant ist.
Deshalb wurden Informationen priorisiert.
Typische Reihenfolge:
Produkt und Hersteller
OEM-Teilenummer
relevante Vergleichsnummern
Motor oder Fahrzeuggruppe
wichtigste Produkteigenschaften
Qualitätsargumentation
Lieferumfang
Hinweise zur Kompatibilitätsprüfung
Kauf- und Versandinformationen
Damit wird die Produktseite nicht nur informativer.
Sie reduziert auch die kognitive Belastung während der Kaufentscheidung.
04 — INTERACTION DESIGN
Interaction Design spielte insbesondere bei der Frage eine Rolle:
Welche Information erhält der Nutzer zu welchem Zeitpunkt?
Ein Produktangebot ist keine statische Informationsseite.
Es ist eine Abfolge von Entscheidungen.
Der Nutzer:
sieht das Produkt in den Suchergebnissen
öffnet das Angebot
prüft Preis und Bild
sucht nach seiner Teilenummer
vergleicht den Anbieter mit anderen Angeboten
prüft Versand und Rückgabe
entscheidet sich für oder gegen den Kauf
Jeder dieser Schritte kann zu einem Abbruch führen.
Deshalb optimierte ich die einzelnen Touchpoints gezielt.
SUCHERGEBNIS
Im Suchergebnis müssen Produkt, Hersteller und relevante Teilenummer sofort erkennbar sein.
Der Titel wurde deshalb nicht primär als Werbetext verwendet.
Er funktioniert als Orientierungselement.
HAUPTBILD
Das erste Produktbild muss innerhalb weniger Sekunden vermitteln:
Was wird verkauft?
Ist das Produkt hochwertig?
Wirkt das Angebot professionell?
Ist der Händler vertrauenswürdig?
Dabei arbeitete ich mit klaren Bildkompositionen, reduzierten Informationen und konsistentem Branding. Gleichzeitig war mein Hauptziel mich trotz restriktiver Marktplatzvorgaben von den anderen Mitbewerbern visuell abzuheben.
PRODUKTSEITE
Auf der Produktseite wird die Informationsdichte schrittweise erhöht.
Wichtige Kaufargumente erscheinen früh.
Technische Details werden dort platziert, wo sie für die Validierung der Kaufentscheidung relevant werden.
CALL TO ACTION
Preis, Verfügbarkeit und Kaufoption müssen klar bleiben.
Zu viele visuelle Reize oder aggressive Verkaufsbotschaften können besonders bei technischen Produkten Vertrauen reduzieren.
Die Gestaltung wurde deshalb bewusst sachlicher als bei typischen Lifestyle-Produkten.
05 — VISUELLE DESIGNSTRATEGIE
Das Ziel war nicht lediglich ein „schönes“ Angebot.
Das Design sollte mehrere Funktionen erfüllen:
Professionalität signalisieren
technische Kompetenz vermitteln
Produkte klar differenzieren
Informationsaufnahme erleichtern
Markenwiedererkennung aufbauen
Dafür entwickelte ich eine einheitliche visuelle Sprache für Autozentrum Schwaben.
DESIGNPRINZIPIEN
Reduzierte Gestaltung
Klare visuelle Hierarchie
Wenig konkurrierende Textelemente
Hohe Lesbarkeit
Wiederkehrende Layoutstrukturen
Einheitliche Typografie
Konsistente Produktfotografie
Dezentes Branding
Der Nutzer sollte das Angebot zunächst als seriöses Produktangebot wahrnehmen und nicht als Werbegrafik.
06 — CONVERSION DESIGN
Ein großer Teil der Optimierung zielte auf die Frage:
Warum sieht ein Nutzer ein Angebot, kauft aber nicht?
Dafür betrachtete ich verschiedene mögliche Conversion-Barrieren.
Zum Beispiel:
Preis zu hoch
Preis wirkt zu günstig und damit unglaubwürdig
fehlende Kompatibilitätsinformation
unklare Produktqualität
schwaches Hauptbild
unvollständige Produktbeschreibung
lange Lieferzeit
fehlendes Vertrauen
unklare Rückgabebedingungen
fehlende Dringlichkeit
Die Lösung war deshalb selten eine einzelne Designänderung.
Conversion entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren.
07 — PRICING UND RABATTSTRATEGIEN
Preisgestaltung wurde nicht isoliert von UX betrachtet.
Auch ein Preis kommuniziert etwas.
Ein dauerhaft niedriger Preis kann ein Produkt günstig erscheinen lassen, bei technischen Premiumteilen aber gleichzeitig Zweifel an Qualität oder Originalität erzeugen.
Deshalb testete und bewertete ich unterschiedliche Strategien.
PREISANKER
Ein klarer regulärer Verkaufspreis schafft einen Referenzpunkt.
Rabatte werden dadurch verständlicher eingeordnet.
ZEITLICH BEGRENZTE AKTIONEN
Rabatte können einen zusätzlichen Kaufimpuls erzeugen.
Sie wurden jedoch nicht permanent eingesetzt.
Ein dauerhaft reduzierter Preis verliert seine Wirkung und kann die wahrgenommene Produktqualität reduzieren.
MENGENRABATTE
Bei geeigneten Produkten können Staffelpreise oder Mengenrabatte besonders für Werkstätten und Wiederverkäufer relevant sein.
PREIS VS. VERTRAUEN
Bei seltenen Originalteilen zeigte sich, dass nicht automatisch das günstigste Angebot gewinnt.
Wenn Herkunft, Produktqualität und Kompatibilität glaubwürdig erklärt werden, kann ein höherer Preis akzeptiert werden.
Damit wird Preisgestaltung Teil der gesamten Experience.
08 — CONVERSION DURCH VERTRAUEN
Bei erklärungsbedürftigen Autoteilen ist Vertrauen einer der wichtigsten Conversion-Faktoren.
Deshalb arbeitete ich gezielt mit sogenannten Trust Signals.
Dazu gehörten:
klare Herstellerangaben
Originalteilenummern
professionelle Produktbilder
transparente Lieferinformationen
strukturierte technische Informationen
deutscher Händlerauftritt
schnelle Kommunikation
nachvollziehbarer Reklamationsprozess
konsistente Markenkommunikation
Das Ziel war nicht, möglichst viele Trust-Elemente einzubauen.
Sie mussten dort erscheinen, wo beim Nutzer Unsicherheit entsteht.
09 — PRODUKTFOTOGRAFIE ALS UX-ELEMENT
Produktbilder wurden nicht nur als visuelle Ergänzung betrachtet.
Sie übernehmen einen Teil der Informationsvermittlung.
Dafür entwickelte ich verschiedene Bildtypen:
neutrales Hauptbild
Detailaufnahme
Teilenummer oder Herstellerkennzeichnung
Produktvorteile
Anwendungs- oder Einbaubezug
Hinweise zu Lieferumfang und Händler
Dadurch können Nutzer wichtige Informationen aufnehmen, ohne die vollständige Beschreibung lesen zu müssen.
10 — SEARCH UX UND EBAY SEO
Ein Produkt kann nur konvertieren, wenn der richtige Nutzer es findet.
Deshalb betrachtete ich SEO nicht nur als Reichweitenthema.
Eine hohe Zahl an Impressionen mit falscher Suchintention bringt wenig.
Wichtig war deshalb die Abstimmung zwischen:
Suchbegriff
Produkttitel
Teilenummer
Fahrzeug
Nutzerintention
Produktangebot
Conversion
OEM-Nummern und konkrete technische Suchbegriffe sind besonders relevant, weil diese Nutzer häufig bereits eine klare Kaufabsicht besitzen.
11 — DATENBASIERTE OPTIMIERUNG
Nach Veröffentlichung eines Angebots betrachtete ich verschiedene Kennzahlen.
Dazu gehörten:
Impressionen
Aufrufe
Verkäufe
Preisänderungen
Kundenfragen
Beobachter
Conversion-Verhalten
Rückgaben
Reklamationsgründe
Diese Daten halfen dabei, Probleme einzugrenzen.
Viele Impressionen bei wenigen Aufrufen können beispielsweise auf Probleme bei Titel, Bild oder Preis hinweisen.
Viele Aufrufe ohne Kauf können dagegen auf fehlendes Vertrauen, schlechte Produktargumentation oder eine ungünstige Preispositionierung hindeuten.
12 — CUSTOMER JOURNEY NACH DEM KAUF
Die Experience endet nicht mit dem Klick auf „Kaufen“.
Gerade bei Autoteilen entstehen viele Probleme erst nach Lieferung und Einbau.
Deshalb betrachtete ich auch:
Versand
Verpackung
Kommunikation
Rückgabe
Reklamation
technische Prüfung
Nachbetreuung
als Teil der Customer Journey.
REKLAMATIONSDESIGN
Ein besonderes Problem waren technische Reklamationen.
Ein Fehlereintrag im Fahrzeug bedeutet nicht automatisch, dass das neu verbaute Bauteil defekt ist.
Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
Verkabelung
Stecker
Versorgungsspannung
Montage
falsche Teilenummer
andere defekte Komponenten
veränderte Fahrzeugelektronik
Dafür entwickelte ich einen strukturierten Reklamationsprozess.
Kunden werden systematisch durch relevante Fragen geführt.
Das reduziert Missverständnisse und ermöglicht eine nachvollziehbarere technische Bewertung.
Auch dieser Prozess ist für mich Interaction Design:
Der Nutzer wird Schritt für Schritt durch eine komplexe Aufgabe geführt.
ERGEBNISSE
Der spezialisierte Ansatz konnte bereits in der frühen Phase wirtschaftlich validiert werden.
Zu den bisherigen Ergebnissen gehören unter anderem:
rund 2.700 Euro Umsatz innerhalb der ersten 20 aktiven Verkaufstage
mehr als 18.500 Impressionen bei einem Kernprodukt
Aufbau internationaler Beschaffungswege
Entwicklung eines konsistenten Markenauftritts
Aufbau wiederverwendbarer Produkt- und Designvorlagen
Entwicklung strukturierter Reklamationsprozesse
Validierung eines profitablen Nischenmodells
WAS NICHT FUNKTIONIERT HAT
Nicht jedes Produkt mit hoher theoretischer Marge war automatisch attraktiv.
Einige Produkte hatten:
zu wenig Nachfrage
zu starke Konkurrenz
zu geringe Differenzierung
zu hohe Beschaffungskosten
zu wenig Suchvolumen
Eine weitere wichtige Erkenntnis:
Viele Impressionen sind kein Erfolg, wenn daraus keine relevanten Interaktionen entstehen.
Reichweite, Klickrate und Conversion müssen deshalb getrennt betrachtet werden.
UX-PERSPEKTIVE
Der Aufbau von Autozentrum Schwaben ist für mich nicht nur ein E-Commerce-Projekt.
Es ist ein laufendes UX- und Business-Experiment.
Ich kann Entscheidungen direkt treffen, veröffentlichen, Nutzerreaktionen beobachten und anschließend iterieren.
Dadurch entsteht ein sehr direkter Kreislauf:
Research
Hypothese
Design
Veröffentlichung
Interaktion
Conversion
Auswertung
Optimierung
WAS ICH GELERNT HABE
UX endet nicht beim Interface.
Im E-Commerce beeinflussen auch Preis, Lieferzeit, Produktinformation, Vertrauen und Kundenservice die User Experience.
Interaction Design bedeutet nicht nur Buttons und Animationen.
Auch die Reihenfolge von Informationen und Entscheidungen gestaltet eine Interaktion.
Conversion-Optimierung bedeutet nicht, Nutzer aggressiver zum Kauf zu bewegen.
Gute Conversion entsteht häufig dadurch, Unsicherheit zu entfernen.
Design muss wirtschaftliche Ziele unterstützen.
Ein visuell hochwertiges Angebot ist wertlos, wenn es nicht gefunden wird oder Nutzer die Kaufentscheidung nicht verstehen.
MEINE WICHTIGSTE ERKENNTNIS
Eine hohe Conversion entsteht nicht durch einen einzelnen Trick.
Sie entsteht, wenn Produkt, Preis, Information, Interaktion und Vertrauen an allen relevanten Touchpoints zusammenpassen.
KOMPETENZEN
UX Design
Interaction Design
Information Architecture
Conversion Optimization
E-Commerce UX
Customer Journey Design
Pricing Strategy
Discount Strategy
Visual Design
Brand Strategy
Product Photography
Content Design
SEO
Search UX
Market Research
Competitive Research
Data Analysis
A/B-orientierte Optimierung
Customer Experience
Reklamationsdesign
International Sourcing
Business Development











